I am high on emotion, high again,
High on emotion, your love will find the way.
High on emotion, high again,
High on emotion, her love will find the way ...

Rommie:
"Und schon wieder eine neue Mitgliedswelt für unser Commonwealth!" Zufrieden grinst Dylan mich an, hält einen Moment inne und zwinkert mir deutlich zu. Schade, dass wir nicht alleine sind. Wenn wir es wären, würde ich ihn jetzt küssen. Aber so... Harper blickt mich fragend an, als er mein verträumtes Lächeln sieht. Er hat mich in letzter Zeit öfter von der Seite angesehen. Ahnt er vielleicht, welches Band zwischen Dylan und mir besteht? Seit wir beide vor einiger Zeit auf diesem Planeten am Ende von Nirgendwo festsaßen, hat sich so vieles ereignet! Ich schmunzle bei Erinnerung an das, was damals geschehen ist. Wie Dylan sich endlich überwinden konnte und sich selbst eingestanden hat, dass er viel für mich empfinden würde. Seit er zum ersten Mal richtig seine Lippen auf meine legte und mir den Himmel zeigte. Und dennoch wissen es die anderen noch nicht. Obwohl - ich glaube, einige ahnen es schon. Harper gehört dazu. Und Trance...... sie weiß es. Ich glaube zumindest, dass sie es weiß. Ihre Blicke, die sie mir zuwirft, sind wissend und viel sagend.

"Herrgottnochmal! Das bedeutet, dass wir wieder gezwungen sind, auf eine Feier zu gehen! Wie widerlich! Kleider und Röcke!" Höre ich Bekas entrüstete Stimme. Ja, sie kann sich überhaupt nicht mit solchen Veranstaltungen anfreunden.

Dylan lächelt und nickt bestätigend: "Genau, Beka! Diesmal werden wir uns alle dort zeigen müssen! Und keine Ausweichmanöver, klar?"

"Muss das denn sein? Ich würde wirklich lieber hier bleiben und auf Andromeda aufpassen!" beschwert sich Beka.

"Andromeda kann auf sich selbst aufpassen, keine Sorge. Außerdem...... es ist ja nur für ein paar Stunden. Das werden Sie schon schaffen! Und ganz besonders freue ich mich darauf, Sie wieder mal in diesem bezaubernden schwarzen Kleid zu sehen... mit diesen wundervoll passenden Stiefeln." Dylan grinst Beka offen und frech an. Seine Andeutung an den Empfang der Castalianer vor über zwei Jahren ist unmissverständlich. Aus irgendeinem Grund besteht unser Captain heute darauf, dass wir alle bei der Beitrittsfeier erscheinen. Ich grübele schon darüber, was ich anziehen soll. Plötzlich komme ich auf eine verrückte Idee. Ich werde Dylan überraschen! Ich grinse leicht und sehe, dass mein Grinsen Dylan nicht entgeht. Ob er wohl versteht, warum ich grinse?

Oh my heart is spinning like a wheel,
Only she can see the way that I feel

Dylan:
Dieses süße Grinsen in ihrem Gesicht... Rommie plant etwas, das ist offensichtlich, und sie lässt mich nicht wissen, was sie vorhat... es muss irgendetwas mit der Feier nachher zu tun haben. Weiß sie eigentlich, dass ich weiche Knie bekomme, wenn sie so grinst? Aber im Moment sind wir nicht allein, 'Zusammenreißen, alter Junge!' höre ich eine leise Stimme in meinem Kopf. Eigentlich müssten alle anwesenden Crewmitglieder mein Herz laut in meiner Brust pochen hören, ich kann nichts dagegen tun... verdammt, ich muss mich konzentrieren, sonst laufe ich Gefahr, alles um mich herum zu vergessen und in diesen dunkelbraunen Augen zu versinken. Beinahe erscheint ein überraschender Angriff von Ogami oder Nietzscheaner geradezu verlockend. Doch der kleine Seitenhieb in Richtung Beka reicht fürs Erste. "Gut. Dann soll sich jeder bereit machen und in zwei Stunden treffen wir uns auf der Maru. Vollzählig und pünktlich!" Im Spaß hebe ich meinen Zeigefinger, deute auf Beka und blicke diese gespielt streng an.

Rommie:
Die blonde Pilotin seufzt unzufrieden und erwidert: "Na gut! Aber sagen Sie bloß nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt! Und ich werde einen Teufel tun und meine Waffe hier lassen!"

Einer nach dem anderen verschwinden alle in ihre Quartiere, um sich bereit zu machen, nur Dylan und ich bleiben noch auf dem Observationsdeck. Als wir endlich alleine sind, kommt er zu mir und legt sein Arm vorsichtig um meine Schulter. "Und was wirst du anziehen?"

Ich grinse, strecke mich zu ihm hoch und gebe ihm einen Kuss auf die Wange. "Das verrate ich dir nicht! Du wirst es schon sehen!"

Er grinst zurück: "Na, dann kann ich mich aber wahrscheinlich auf etwas gefasst machen! Immer, wenn du das sagst, verschlägt es mir den Atem, wenn ich dich dann sehe... gut, dann gehe ich mich auch umziehen." Er drückt mir noch einen Kuss auf die Stirn und verlässt das Deck ebenfalls. Ich drehe mich zum Fenster, schaue hinaus und seufze zufrieden.

"Denkst du nicht, dass die anderen es endlich wissen sollten?" reißt mich meine eigene Stimme aus der Träumerei. Mein anderes Ich hat sich als Hologramm neben mir aufgebaut und blickt mich leicht irritiert an. Ja, sie weiß es! Sie weiß, dass ich eine Beziehung mit Dylan habe. Und sie war anfangs ja so strikt dagegen. Aber mit der Zeit hat sich ihre Einstellung doch geändert. Ehrlich, sie kann sich noch nicht vollkommen damit abfinden, aber zumindest nörgelt sie nicht mehr ständig.

"Warum? Denkst du nicht, dass es eigentlich nur Dylans und meine Entscheidung ist, wann, wo und wie wir es den anderen sagen werden? Und wir glauben, sie brauchen zur Zeit noch nichts davon mitzubekommen. Ehe wir uns vollkommen sicher sind", antworte ich mit einem Lächeln. Ich denke an unsere Lage....... wir haben eine Liebesbeziehung, ja. Aber wir sind noch nicht Geliebte. Für uns beide ist das alles noch immer kompliziert und wir müssen noch darüber nachdenken. Ja, ich würde es mir wünschen, weiter zu gehen, aber ich will ihn zu nichts zwingen. Vorerst genügt mir die Tatsache, dass er mich liebt und dass er mir seine Liebe auch zeigt. Flüchtige Berührungen, verstohlene Blicke, Küsse in Gängen, wo uns keiner sehen kann. Ich fühle ein Kribbeln in meinem Bauch als ich daran denke.

"Na gut. Schließlich ist es wirklich eure Sache. Aber ich glaube, die anderen haben es schon bemerkt, nur sie sind noch nicht sicher", antwortet das Hologramm und grinst leicht.

"Ich denke auch, dass sie es ahnen. Wir werden ja sehen..." antworte ich und drehe mich um. Jetzt sollte ich auch zu meinem Quartier gehen und mich für den Empfang fertig machen.

"Weißt du schon, was du anziehen willst?" Manchmal kommt mir meine große Schwester so neugierig vor! Jetzt will sie auch noch wissen, was ich vorhabe! Nur gut, dass ich einige Gedanken vor ihr abschirmen kann. Ein bisschen Privatsphäre brauche ich auch. Genauso wie die Menschen. "Das verrate ich dir nicht! Du wirst es ja sehen!" grinse ich frech und verlasse das Observationsdeck.

Während ich zu meinem Quartier unterwegs bin, entscheide ich mich definitiv. Ja, ich werde das Kleid anziehen, das seit diesem Empfang, wo ich meine Hoffnungen vergraben musste, in meinem Schrank hängt und mich daran erinnert, wie unglücklich ich danach war. Aber heute sehe ich es anders. Jetzt bin ich glücklich und ich will sehen, was Dylan dazu sagen wird, wenn ich wieder in diesem Kleid erscheine. Wird er sich daran erinnern, wie sehr er mir damals wehgetan hat?

Die zwei Stunden vergehen blitzschnell und kurz bevor ich mein Quartier verlasse, werfe ich noch einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel. Ich sehe genauso aus wie damals. Nur dass diesmal die Umstände ganz anders sind. Damals bin ich voller Hoffnung zum Empfang gegangen und wurde bitterlich enttäuscht. Jetzt gehe ich glücklich dorthin. Glücklich und aufgeregt. Und neugierig! Neugierig auf Dylans Reaktion, wenn er mich sieht.

Diesmal erscheine ich sogar zu früh auf der Maru. Und, wie gewohnt, ist Dylan schon da. Er werkelt etwas an der Maru und hat mir sein Rücken zugedreht. Ich schmunzele und sage: "Bin ich etwa zu früh?"

Er dreht sich um und bleibt wie vom Blitz getroffen stehen. Nur seine Augen und heruntergeklappte Kinnlade sprechen Bände. Ich lächele kokett und gehe auf ihn zu. Als ich vor ihm stehen bleibe, sehe ich ihm besorgt in die Augen: "Geht es dir nicht gut, Dylan?"

Eyes are holding right across the room,
High explosion coming out of the blue.

Dylan:
Dieses Kleid... ein Traum in Rot, fließende Seide mit den richtigen Einblicken an den passenden Stellen, eine Sünde an einem sündhaft schönen Körper. Ich spüre, wie mein Herz angesichts der Schönheit vor mir einen Schlag aussetzt und danach in einem höheren Rhythmus weiterschlägt. Dennoch bleibt ein ungutes Gefühl - dieses Kleid weckt ungute Gefühle, trotz des Adrenalinrauschs in meinen Adern. Ich starre Rommie fassungslos an, die erwartungsvoll vor mir steht und mich ansieht. Ich kann nur verwirrt stottern: "Ähem - doch! Es ist nur - ausgerechnet... dieses Kleid." Mehr schaffe ich nicht.

Rommie:
"Ja? Was ist mit dem Kleid? Passt es nicht zu dieser Gelegenheit? Oder... weckt es Erinnerungen in dir?" Ich lächele noch immer zuckersüß und gucke unschuldig in seine Augen, die langsam wieder normal wirken.

Dylan:
"Das kannst du laut sagen, Rommie!" Meine Stimme klingt schon fast normal und ein Grinsen schleicht sich auf meine Lippen. "Gib' es wenigstens zu, Rommie - du hast das absichtlich gemacht!"

Rommie:
"Was soll ich absichtlich gemacht haben? Ich habe mir einfach nur gedacht, dass ich gut aussehen sollte. Schließlich ist es ein sehr wichtiger Anlass und ich will einen guten Eindruck machen!" fahre ich mit meinem kleinen Spiel fort.

Jetzt hat er sich wieder völlig unter Kontrolle, er beugt sich zu mir und flüstert: "Du siehst wie eine Königin aus!" Er haucht mir einen Kuss auf die Lippen. "Meine Königin." Wie gerne würde ich jetzt meine Arme um ihn schlingen und ihn richtig küssen. Aber die anderen können jederzeit auch eintreffen und wenn sie uns so sehen würden. Tatsächlich erklingt in diesem Augenblick Harpers Stimme von dem Eingang: "Bin ich noch rechtzeitig dran, Boss?"

Dylan:
Ich erröte und bringe hastig zwei Schritte Abstand zwischen Rommie und mich, während ich antworte: "Ja, Mr. Harper, ausnahmsweise heute sind Sie pünktlich." Ich kann hören, wie Rommie bei diesen Worten leise kichert. Zum Glück hat Harper nicht bemerkt, in welcher Lage wir uns gerade noch befanden und wirft Rommie einen bewundernden Blick zu: "WOW! Rommie! Du siehst zum Anbeißen heiß aus! Ich wusste gar nicht, dass du so was im Kleiderschrank hast! Hast du dafür einen in allen Galaxien gültigen Waffenschein? Hey, heute will ich mit dir tanzen! Und nicht nur einmal!"

'Das wäre ja noch schöner.' Laut sage ich:. "Das werden wir ja sehen, Mr. Harper! Sie hat mir gerade versprochen, mit mir zu tanzen!" Ich bin wieder Herr der Lage. Glaube ich...

Rommie:
"Aber sicher werde ich mit dir tanzen, Harper! Aber nur, wenn du mir versprichst, mir nicht auf die Füße zu treten!" Kokett grinse ich Harper an. Ich werfe einen kurzen Blick Dylan zu und merke, dass er einen seltsamen Ausdruck hat. Als ob er eifersüchtig wäre. Das schmeichelt mir! Ich kann spüren, dass er mich wirklich liebt. Aber er hat ja keinen Grund, eifersüchtig zu sein! Ich liebe nur einen und dieser Eine weiß das!

Auch alle anderen kommen bald. Trance lächelt mich wirklich mysteriös an... ich glaube, sie weiß viel mehr als ich denke. Sie muss irgendwie auch wissen, was auf dem Empfang damals passiert ist und sie weiß auch, was jetzt vorgeht, dessen bin ich mir sicher.

Die Feier verläuft wie immer. Viele Reden, denen ich nur mit einem halben Ohr zuhöre. Dylan macht einen Eindruck, als ob er sich lebhaft dafür interessieren würde, aber aus den Blicken, die er mir zuwirft, sehe ich, dass er sich genauso langweilt wie ich. Ich schmunzele leicht und versuche mich ihm zu nähern. Durch verschiedene Gäste, die mit ihm sprechen wollen, ist er jetzt ein bisschen von mir entfernt. Plötzlich, mitten in der Rede eines perseidischen Diplomaten, verspüre ich unwiderstehlichen Drang, seine Nähe zu spüren, seine Hand zu berühren. Ich entschuldige mich bei einer Castalianerin, die mir gerade schmeichelt, wie wichtig ich, als Andromeda, für das Commonwealth sei. Ich lächele sie flüchtig an, sehe mich um und erblicke Dylan, der gerade mit einem Botschafter, den ich nicht kenne, spricht. Langsam, aber doch zielstrebig kämpfe ich mich durch die Menge in seine Richtung, als ich plötzlich merke, dass die Rede zu Ende ist und alle Anwesenden wie wild applaudieren. Ich weiß zwar nicht, ob sie das tun, weil die Rede ihnen gefallen hat, oder weil sie endlich zu Ende ist. Aber ich darf nicht unhöflich auffallen und klatsche wie alle anderen auch. Und dann verkündet der Redner, dass jetzt der Tanz beginnt. Darauf habe ich so lange gewartet! Ich sehe Dylan an und merke, dass er auch in meiner Richtung blickt und lächelt. Ich fühle wie mir warm und kalt zugleich wird und meine Hände beginnen leicht zu zittern. Ich grinse innerlich und denke mir, dass ich mich wie ein verliebtes Schulmädchen benehme und nicht als Verkörperung des mächtigsten Kriegsschiffes der bekannten Galaxien. Aber dabei fühle ich mich ja so wohl! Ich würde diese zitternde Erwartung, dieses Gefühl, als ob sich irgendetwas um meinen Hals ziehen würde, für nichts auf der Welt tauschen. Nein, es ist so angenehm, wenn ich in seine Augen sehe und dort das finde, was ich so lange gesucht habe.

Ich habe es endlich geschafft, zu Dylan vorzudringen, ehe mich jemand anders um diesen Tanz bitten kann, und auch er hatte Glück, dass keine Dame so schnell war wie ich. Ich sehe, wie er mir seine Hand entgegen streckt. Er braucht nichts zu sagen, ich weiß es einfach! Ich weiß, dass er mit mir tanzen und mich berühren will. Ich ergreife seine ausgestreckte Hand nur allzu gerne und schon befinde ich mich in seiner Umarmung. Geborgenheit. Wärme. Glück. Geheimnis. All das und mehr verspüre ich in seinen Armen. Die Umgebung scheint wie verwischt zu sein, ich registriere kaum die Musik, bewege mich wie aus Unterbewusstsein. Ich habe Angst davor, ihm in die Augen zu blicken. Ich könnte mich verraten, ich könnte dem Drang, seine Lippen mit den meinen zu berühren, nachgeben. Aber das will ich nicht! Ich will, dass zumindest hier und heute unsere Liebe noch unser Geheimnis bleibt. Ich will noch ein wenig in dieser Welt leben, in der Welt, die nur uns zwei gehört. Eine Welt, in welche keiner herein darf, außer ihn und mir. Unsere kleine Welt! Unsere Welt, wo alles gut geht, wo Liebe uns bestimmt, wo wir uns langsam darauf vorbereiten, weiter zu gehen, noch mehr von unserer Liebe zu genießen.

Well here we go again,
Living in a world that others cannot share,
Yeah, here we go again,
We are moving from a spark to a flame.

Dylan:
Ich habe mehr Empfänge mitgemacht als ich aufzählen kann.... prachtvolle wie auf Tarn-Vedra, auf denen die Kaiserin persönlich anwesend war... weniger glanzvolle, die in einem Saufgelage endeten und auch jene, die nach dem plötzlichen und unerklärlichen Ablebens eines wichtigen Teilnehmers in Kriegserklärungen endeten... aber so einen wie diesen Empfang habe ich noch nicht erlebt. Es ist, als ob um mich herum alles in einem Strudel der Surrealität verschwimmen würde. Es tauchen Leute an meiner Seite auf, die ein paar belanglose Worte mit mir wechseln und wieder verschwinden, bevor ich mir ihre Namen merken kann. Ich höre Rednern zu, aber ihre Worte dringen nicht zu mir durch. Ich schüttele zahllose Hände und sehe in noch mehr fremde Gesichter... und dennoch schaffe ich es, immer wieder den Fixpunkt meines gegenwärtigen Denkens zu finden - Rommie. Nicht, dass sie in ihrem roten Kleid nicht ohnehin der Blickfang des gesamten Empfangs gewesen wäre. Nein, wegen mir hätte sie einen Sack anhaben können, und dennoch hätte ich ihre Präsenz gespürt. Es geht eine Aura von ihr aus, etwas Strahlendes, das ich nie zuvor an ihr bemerkt habe. Wie von einem Magneten angezogen, nähern wir uns... drei Diplomaten trennen uns voneinander, dann nur noch einer... und plötzlich steht sie vor mir. Ich muss sie in die Arme nehmen, sie spüren, sonst zerspringe ich. Schon einmal habe ich eine Chance wie diese ungenutzt verstreichen lassen. Besser gesagt: ich habe sie brutal zunichte gemacht und Rommie sehr wehgetan. Doch heute ist alles anders. Ich bin mit mir selbst im Reinen. Sie sieht mich an und der Funke springt über; der Funke, der uns irgendwann in einem Feuersturm vereinigen wird... doch für jetzt bin ich damit zufrieden, Rommie leicht wie eine Feder in meinen Armen zu halten und über die Tanzfläche zu wirbeln. Leider ist uns vorerst nur ein Tanz gegönnt...

Rommie:
Viel zu schnell ist der Tanz vorbei. Ich erinnere mich, wie es vor einigen Monaten gelaufen ist, nachdem wir unseren ersten und zugleich letzten Tanz beendet hatten. Wie schwer ich danach enttäuscht wurde. Aber jetzt ist alles anders! Jetzt weiß ich, dass er mich nicht wieder verletzen wird. Und jetzt kann ich auch mit anderen tanzen, ohne immer daran zu denken, wie es wohl wäre, wenn an Stelle des fremden Tänzers Dylan mich in den Armen halten würde. Ich blicke ihm noch einmal tief in die Augen und schon höre ich Harper, wie er auf mich zu kommt und schon von weitem ruft. Ich schicke Dylan noch heimlich einen Kuss und schon ergreift Harper meine Hand und führt mich weg von Dylan.

Während ich mit ihm tanze, redet er wie aufgedreht. Nur gut, dass ich ihn schon so gut kenne! Sonst würde ich bestimmt weglaufen. Jetzt verstehe ich, wieso er kein Glück bei den Frauen hat. Wenn er jede so vollquatscht wie mich...... Ab und zu werfe ich einen Blick in die Menge, um Dylan ausfindig zu machen. Kommt es nur mir so vor, oder ist er tatsächlich immer irgendwo in meiner Nähe? Wie eine Glucke, die über ihre Küken wacht. Ich kichere bei diesem Gedanken und merke, dass Harper mich verwundert ansieht. Plötzlich wird mir warm und ich blicke leicht verlegen zur Seite. Sonst wird sogar der "blinde" Harper herausfinden, dass ich irgendetwas verberge. Aber ich kann es einfach nicht lassen und verstohlen schaue ich wieder in Dylans Richtung. Plötzlich durchzuckt mich: 'Wenn die anderen wüssten, was für ein Geheimnis wir haben!' Ich fühle mich wirklich eigenartig. Ich sehe den Mann, den ich liebe und der mich liebt, an, wir wissen beide, was wir füreinander empfinden, aber kein anderer weiß es. Wir haben unser Geheimnis, wir sind jetzt enger verbunden als wir je waren.

Wir sehen uns an und obwohl wir uns nicht berühren, sind wir jetzt eins. Unsere Blicke verraten uns alles und keiner merkt es. Ich fühle mich himmlisch als ich daran denke, wie ich noch vor kurzem fast in Verzweiflung versunken habe und jetzt............ jetzt ist meine Welt schöner als je zuvor.

Auch dieser Tanz ist bald vorbei und ich bin eigentlich sehr dankbar, dass Trance dazwischen funkt und Harper entführt. So habe ich die Möglichkeit, für einen kurzen Augenblick nach draußen zu gehen. Ich lehne mich an die Brüstung der Terrasse und blicke in den Sternenhimmel. Warum erscheinen mir heute ordinäre Sterne, die das Licht schon längst verglühter Sonnen widerspiegeln, ausgerechnet so wundervoll? Warum bin ich so glücklich, obwohl ich meine wahren Gefühle nicht zeigen will? Vielleicht, weil ich auch so weiß, dass sich mein Leben gründlich geändert hat, dass ich jemanden habe, an den ich mich anlehnen kann.

Dylan:
Ich sehe mich um und merke, dass Rommie irgendwohin verschwunden ist. Normalerweise würde es mir nichts ausmachen, wenn sie sich mal eine Auszeit nehmen würde, aber heute.... etwas fehlt mir, wenn sie nicht in meiner Nähe ist, meine Welt ist unvollständig, wenn ich nicht in ihre tiefe Augen blicken kann. Ich kann mich gerade noch bei einer Dame entschuldigen, die offensichtlich vorhatte, mich auf die Tanzfläche zu entführen und versuche nachzudenken, wo sie hingegangen sein könnte. Wo würde ich an ihrer Stelle jetzt sein? Mir vielleicht den Sternenhimmel angucken? Ist ja möglich, dass sie sich genauso fühlt wie ich. Ich entschließe mich, zuerst auf der Terrasse zu versuchen. Mein Verlangen nach ihr wird immer größer. Ich muss sie finden, ich muss ihre Stimme hören! Ich muss ihre Hand berühren, ich muss ihr mit meinem Blick sagen, wie sehr ich sie liebe.

Ich verlasse den Saal und betrete die Terrasse. Es ist dunkel hier draußen, nur das Licht, das von innen aus dem Saal durch die Fenster fällt, erhellt die riesige Terrasse. Schwaches Licht, dass die viele Sterne und zwei Monde werfen, enthüllt mir eine zierliche Gestalt, die sich an der Brüstung angelehnt hat. Sie sieht aus, als wäre sie nicht von dieser Welt, so elfenhaft, zerbrechlich, einfach wunderschön. Sogar in dieser spärlichen Beleuchtung kann ich das Rot ihres Kleides erkennen. Und auch wenn ich das Kleid nicht erkennen würde..... diese Gestalt ist mir so bekannt, dass ich sie aus Tausenden anderen sofort erkennen würde. Ich halte kurz an und genieße diesen Anblick. Sie kommt mir so verletzlich, klein und schutzbedürftig vor. Ich lache beim Gedanken. Sie, die fast unzerstörbare Rommie, kommt mir wie ein kleines Mädchen, das ich beschützen soll, vor. Die Liebe bewirkt wirklich Wunder. Ich fühle, wie das Herz mir fast aus der Brust springt als ich sie so sehe und daran denke, wie viel Zeit wir meinetwegen verloren haben. Ich gehe langsam auf sie zu und mir fällt etwas ein......

Rommie:
"So einsam, wunderschöne Dame? Darf ich mich zu Ihnen gesellen?" Eine Stimme reißt mich aus meinen Gedanken. Seine Stimme, die ich so gut kenne! Ich drehe mich grinsend um und blicke in Dylans lächelndes Gesicht. Ich kann der Versuchung nicht widerstehen und antworte: "Mein Herr, wieso denken Sie, ich wäre einsam? Alleine ja, aber einsam? Ich doch nicht..." Ich begreife, wie wahr meine Worte sind. Ja, ich kann manchmal alleine sein, aber ich bin nie einsam. Nie wieder!

I am high on emotion, high again,
High on emotion, your love will find the way.
Oh my heart is burning like a fire,
Closer now and she is breathing desire.

Dylan kommt zu mir und lehnt sich neben mich an die Brüstung. Ich drehe mich wieder um und gemeinsam betrachten wir schweigend den Nachthimmel. Wir berühren uns leicht mit unseren Armen und diese Berührung schickt die Schmetterlinge in meinem Bauch auf einen wilden Flug. Ist es plötzlich heißer geworden oder sind das nur meine Schaltkreise, die mich erhitzen und mir dieses Gefühl vorgaukeln? Ich will diese Situation so beibehalten, ich will diese süße Erwartung für immer spüren! Die Musik aus dem Saal wird plötzlich lauter. Ich registriere, dass irgendjemand die Terrasse betreten hat. Aber ich will mich nicht umdrehen, um zu sehen, wer es sein könnte. Und auch Dylan bleibt an der Brüstung stehen, unterbricht nicht den leichten Kontakt zu mir.

Dylan:
Irgendwie bin ich für die sich nähernde Unterbrechung - wer auch immer es sein mag - dankbar. Wer weiß, sonst hätte ich die gute Erziehung, die ich als High Guard Offizier genossen habe, bedenkenlos über Bord geworfen. Meine Welt steht in Flammen - nicht nur, dass ich dieses aufreizende Rot sehe, wann immer ich Rommie ansehe, auch innerlich ist nicht mehr viel übrig von dem nüchternen, kalkulierenden Captain. Mein Herz schlägt bis hinauf in meine Ohren und es kostet mich Überwindung, meine Hände auf der Brüstung zu lassen.

Rommie:
Leise Schritte nähern sich uns und dann taucht Trance an meiner Seite auf. Sie nimmt die gleiche Pose wie Dylan ein und lehnt sich an meiner anderen Seite an die Brüstung. Sie sieht wie ich in den Himmel. Einige Augenblicke später schaut sie mich schmunzelnd an: "Und wie geht es dir so?"

Ich bin wirklich etwas von dieser Frage überrascht. Warum würde sie so was eigentlich fragen wollen? Auf meine Verwirrung hin lächelt Trance noch breiter und sagt: "Rommie, du kannst es vor den anderen verheimlichen, vor mir jedoch nicht. Und auch Sie, Dylan, sind kein schlechter Schauspieler. Hm, eigentlich will ich es gar nicht wissen. Ich wünsche euch beiden viel Glück! Ihr habt es verdient und es wurde auch schon Zeit!" Nach diesen Worten verschwindet sie und ich blicke Dylan mit offenem Mund an. Er grinst mich an und zieht mich in seine Umarmung: "Denkst du nicht, dass wir es den anderen sagen sollten?" fragt er mich, während seine Hand meinen Rücken sanft streichelt.

Ich grinse zurück und schüttele den Kopf: "Noch nicht! Ich liebe dieses Gefühl, ein Geheimnis für uns alleine zu haben. Ja, wir werden es ihnen schon sagen müssen, aber noch nicht heute. Morgen, übermorgen........ irgendwann. Wenn wir bereit sind, einen weiteren Schritt zu machen, dann wird es sich wohl nicht verhindern lassen."

Take my hand and give it all your light,
Take command I am your rhythm tonight.

Plötzlich sind seine Lippen auf den meinen und ich erwidere seiner Leidenschaft nur zu gern. Aber dann stemme ich meine Hände gegen seine Brust und lächele ihn kokett an, während ich gespielt verärgert sage: "Aber, aber, mein Herr! Wie stellen Sie sich das eigentlich vor, mich einfach so zu überfallen?"

Dylan lacht laut auf und ich folge seinem Beispiel. Ja, wir werden es den anderen sagen müssen. Aber noch nicht heute! Heute sind wir uns selbst genug.

Well here we go again,
Living in a world that others cannot share,
Yeah here we go again,
We are moving from a spark to a flame.
I am high on emotion, high again,
High on emotion, your love will find the way.

ENDE

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